Die Kunsthandlung von Fritz Schleif war spätestens seit dem Ende der 1920er-Jahre in Berlin tätig und auf Gemälde Alter Meister spezialisiert. Heute erscheint sein Name vor allem in Provenienzangaben, historischen Kunstzeitschriften und Nachkriegsarchivalien. Das RKD dokumentiert ihn bereits 1929 als Besitzer eines Gemäldes; Anzeigen belegen seine Tätigkeit als Kunsthändler während der 1930er- und 1940er-Jahre.[1]

1938 warb Schleif von der Bellevuestraße 10 in Berlin aus mit dem An- und Verkauf von „Gemälden alter Meister“. Einige Jahre später befand sich die Kunsthandlung in der Ansbacher Straße 3. Anzeigen in der Zeitschrift Die Weltkunst belegen zudem ein deutliches Interesse an niederländischer Malerei des 17. Jahrhunderts.[2]

Nachfolger von Jacob Grimmer, Landschaft mit dem Sturz des Ikarus. Um 1942 im Besitz der Kunsthandlung Fritz Schleif.

Niederländische Alte Meister

Schleifs Anzeigen vermitteln ein ungewöhnlich konkretes Bild seines Handelsprofils. In den Jahren 1943 und 1944 suchte er gezielt nach hochwertigen niederländischen Gemälden des 17. Jahrhunderts, wobei sowohl Einzelwerke als auch komplette Sammlungen gefragt waren. Sein Unternehmen firmierte dabei schlicht als „Fritz Schleif, Gemälde alter Meister“.[2]

Diese Ausrichtung auf niederländische Alte Meister ist für die Provenienzforschung von besonderem Interesse. Der Berliner Kunstmarkt war in dieser Zeit ein bedeutender internationaler Umschlagplatz, über den niederländische und flämische Gemälde aus Privatsammlungen, Auktionen und anderen Kunsthandlungen weiterveräußert wurden.

Nach Hugo van der Goes, Die Kreuzabnahme. Öl auf Holz, 53 × 38,5 cm. Um 1931 in der Sammlung von Fritz Schleif.

Fritz Schleif während und nach dem Krieg

Nach dem Krieg erscheint Schleifs Name mehrfach in den Akten des Central Collecting Point in München. Anlass war eine Anzeige, die er 1947 gegen eine unbekannte Person erstattete, nachdem während des Krieges eine Kiste mit Gemälden verschwunden war. Diese Unterlagen sind von besonderem Interesse, weil sie einen gewissen Einblick in das Schicksal seines Kunstbesitzes während der letzten Kriegsjahre geben.[3]

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Fußnoten

[1] RKD – Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenis, Provenienzangaben mit Nennung von Fritz Schleif, Berlin, ab 1929; siehe außerdem historische Anzeigen in Die Weltkunst.

[2] Die Weltkunst, Anzeigen von Fritz Schleif, Berlin, 1938–1944. 1938 wird Bellevuestraße 10 als Adresse genannt; 1943–1944 Ansbacher Straße 3. Schleif warb gezielt um niederländische Gemälde des 17. Jahrhunderts.

[3] Proveana, Fritz Schleif; Unterlagen des Central Collecting Point München zu Schleifs Anzeige aus dem Jahr 1947 wegen einer während des Krieges verschwundenen Kiste mit Gemälden.