Kunsthaus Malmedé war eine renommierte Kunst- und Antiquitätenhandlung in Köln, die sich unter anderem auf Gemälde Alter Meister spezialisiert hatte. Das Unternehmen wurde 1932 von Arthur Malmedé gegründet und war der direkte Nachfolger der Kunsthandlung Malmedé & Geissendörfer, die um 1900 in Köln entstanden war.[1]
Die Vorgängerfirma Malmedé & Geissendörfer wurde Ende 1931 aufgelöst. Der gesamte Warenbestand kam vom 26. bis 28. November desselben Jahres bei Kunsthaus Lempertz in Köln zur Versteigerung. Der umfangreiche Auktionskatalog stellt heute eine wertvolle Quelle für die Erforschung des Kunsthandels im Rheinland zu Beginn des 20. Jahrhunderts dar.[2]

Alte Meister und Ausstellungen
Bereits vor der Gründung von Kunsthaus Malmedé spielte der Handel mit Alten Meistern eine wichtige Rolle. So veröffentlichte Malmedé & Geissendörfer 1917 beispielsweise den Auktionskatalog Sammlung wertvoller Gemälde alter Meister aus süddeutschem Privatbesitz, in dem 66 Gemälde angeboten wurden.[3]
Arthur Malmedé führte dieses Interesse fort. Sein Kunsthaus veranstaltete nicht nur Verkäufe, sondern auch kunsthistorisch konzipierte Ausstellungen. Ein gutes Beispiel ist Handzeichnungen alter Meister aus rheinischem Privatbesitz, die von Mai bis Juli 1934 im Kunsthaus gezeigt wurde.[4]
Das Handelsspektrum war breit und umfasste Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Möbel und weitere Antiquitäten. Malmedé gehörte damit zum etablierten Netzwerk Kölner Kunsthändler, das sowohl private Sammler als auch Museen belieferte.

Kunsthandel während des Zweiten Weltkriegs
Die Tätigkeit von Kunsthaus Malmedé während der nationalsozialistischen Zeit ist heute ebenfalls für die Provenienzforschung von Bedeutung. Die Firma erscheint in Archivmaterial zum Kunsthandel während des Krieges sowie in Unterlagen zum Sonderauftrag Linz, dem Ankaufprogramm für das geplante Führermuseum.[5]
Ein konkretes Beispiel ist ein Porträt eines Mannes, das heute Antonis Mor zugeschrieben wird. Das Gemälde wurde am 27. März 1942 von Kunsthaus Malmedé erworben und gelangte nach dem Krieg unter die Verwaltung der Stichting Nederlands Kunstbezit. Gerade solche Provenienzen machen historische Kunsthandlungen wie Malmedé für die heutige Provenienzforschung besonders relevant.

Kunsthaus Malmedé nach 1945
Nach dem Krieg wurde die Geschäftstätigkeit fortgesetzt. Ab 1947 befand sich Kunsthaus Malmedé in der Schildergasse 107 in Köln. Auch danach unterhielt die Firma Kontakte zu Museen und Sammlern. Dokumentierte Verkäufe an das Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund fanden nicht nur 1951–1952, sondern auch 1956–1957 und 1963 statt.[6]
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Fußnoten
[1] Deutsche Nationalbibliothek, GND, Kunsthaus Malmedé; Proveana, Kunsthandlung Malmedé. Arthur Malmedé gründete Kunsthaus Malmedé 1932 als Nachfolger von Malmedé & Geissendörfer.
[2] Kunsthaus Lempertz, Die gesamten Bestände der bekannten Kunsthandlung Malmedé & Geissendörfer, Köln, Auktion vom 26.–28. November 1931, Katalog Nr. 325.
[3] Kunsthandlung Malmedé & Geissendörfer, Sammlung wertvoller Gemälde alter Meister aus süddeutschem Privatbesitz, Köln, 1917.
[4] Handzeichnungen alter Meister aus rheinischem Privatbesitz, Ausstellungskatalog, Kunsthaus Malmedé, Köln, Mai–Juli 1934; Exemplar in der Rijksmuseum Research Library.
[5] Bundesarchiv Koblenz, BArch B 323/139, Korrespondenz zu Ankäufen für den Sonderauftrag Linz, einschließlich Unterlagen zu Kunsthaus Malmedé und Arthur Malmedé.
[6] Proveana, Kunsthandlung Malmedé; Dokumentation von Transaktionen mit dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund in den Jahren 1939, 1951–1952, 1956–1957 und 1963.